Nachhaltig heiraten

Photo by David Thomaz on Unsplash

“Grüne” Hochzeit – so funktioniert’s

Nachhaltigkeit, Tierwohl und Klimaschutz sind in aller Munde, völlig zu recht und besser spät als nie.

Aber, Hand aufs Herz, unsere traditionellen Hochzeitsfeiern sind bislang nicht gerade ein Musterbeispiel an Nachhaltigkeit. Da wird ein Kleid für nur einen Tag produziert, mal abgesehen von den vielen Einladungskarten, und mit dem Feuerwerk blasen wir jede Menge Geld und Feinstaub in die Luft.

Um hier nachzubessern, haben wir ein paar Hinweise für Euch gesammelt, wie Ihr den Aspekt der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes auch in Eure Hochzeit einfließen lassen könnt.

Wie weit Ihr dabei gehen wollt und zu welchen Kompromissen Ihr bereit seid, bleibt selbstverständlich Euch überlassen. Und vielleicht habt Ihr ja selbst auch noch ein paar Ideen, wie Ihr die CO2-Bilanz Eurer Hochzeit optimieren könnt. Dann schreibt sie uns doch einfach unten ins Kommentarfeld. Wir freuen uns auf Euer Feedback!

Location

Ihr spart Euren Gästen die weite Anreise und schont somit die Umwelt, indem Ihr eine Location in der Region auswählt, wo der Großteil Eurer Gäste zu Hause ist. Das spart Energie und Kosten für die Anreise Eurer Gäste.

Im Internet finden sich auch viele tolle Bilder von Hochzeitsgesellschaften an einer wunderschön gedeckten Tafel in freier Natur, beispielsweise unter einem großen Baum. Das mutet auch total naturverbunden an, ist es aber nicht wirklich. Das ganze Equipment muss dorthin geschafft werden, ebenso Strom, warmes Essen, etc. Geht alles, aber es kostet nicht nur Geld sondern geht auch auf die Kosten der umliegenden Natur.

Umweltschonender ist es, die vorhandenen Strukturen eines Hotels oder Restaurants zu nutzen und dort Hochzeit zu feiern. Und manchmal kann man auch dort sehr schön im hauseigenen Garten oder Park feiern.

Speisen

Beim Einkauf der Speisen könnt Ihr bzw. Euer Caterer darauf achten, dass ausschließlich regionale Produkte vom Biobauern verwendet werden. Kurze Transportwege sparen Kosten und Energie und schonen die Umwelt. Darüber hinaus werden die wertvolle Arbeit der Biobauern sowie das Tierwohl unterstützt.

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Einladungen

Ach ja … zugegeben, wir lieben diese schönen Einladungskarten aus edlen Papieren und Kartons in tollen Designs. Darauf zu verzichten ist nicht so leicht.

Es liegt aber nun einmal auf der Hand, dass schöne Einladungskarten kostenintensiv sind (schon ohne das Porto), zudem auch produziert werden müssen – aus Bäumen – und dann auch noch in alle Welt verschickt werden wollen.

Aus diesen Gründen entscheiden sich immer mehr Brautpaare für die Einladung per Email, die dann eventuell noch auf eine Hochzeitshomepage verweist. Dabei braucht Ihr gar nicht auf das hochzeitliche Layout und schön geschwungene Schriften verzichten.

Ganz ohne Programmierkenntnisse könnt Ihr mit einem ganz einfachen Baukastensystem Eure Hochzeitshomepage selbst bauen, z. B. bei WIX oder JIMDO.

Luftballons & Feuerwerk

Tja, so schön das Steigenlassen von 100 oder mehr Luftballons auch sein mag, wenn sie wieder herunterkommen, sind die Ballons einfach nur Plastikmüll. Je nachdem, wo sie herunter kommen, können sie tatsächlich eine Gefahr für Umwelt und Tiere darstellen. Zwar gibt es biologisch abbaubare Luftballons aus Naturkautschuk, aber auch der braucht Jahre um zu verwittern.

Ganz ähnlich verhält es sich beim Feuerwerk, das abgesehen von ein paar schönen Aaaahhs und Ooooohhhs im Wesentlichen Feinstaub und Müll produziert.

Eine echte, umweltfreundliche Alternative fällt uns hier leider nicht wirklich ein. Habt Ihr eine Idee? Schreibt uns gern einen Kommentar!

Bis dahin würden wir unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einfach von Luftballons und Feuerwerk absehen.

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Dekoration

Regionale Blumen der Saison sind nicht nur günstiger, sondern haben auch eine wesentlich bessere CO2-Bilanz als im Gewächshaus gezogene oder von weither importierte Exoten.

Steckschaum aus Kunststoff sind die Einweg-Artikel der Blumendekoration. Mit Blumen bestückte Glasvasen sind die weitaus umweltfreundlichere Variante.

Generell kann man bei der Tischdekoration auf Kunststoffartikel, wie z. B. Glitzersteinchen, und dergleichen leicht verzichten.

Auch Streugut wie Reis oder Konfetti lässt sich wunderbar durch Blütenblätter oder eben biologisch abbaubares Konfetti ersetzen.

Brautkleid

Ein Brautkleid ist dafür gemacht, nur einmal im Leben getragen zu werden. Das ist schade … nicht nur für das schöne Kleid an sich, sondern auch aufgrund der oftmals nicht gerade bescheidenen CO2-Bilanz eines solchen Kleides. Die Kleider, zumindest die Stoffe, aus denen sie gefertigt werden, legen für diesen einen Tag eine unglaubliche Distanz zurück, und nur selten wissen wir um die Bedingungen vor Ort, unter denen sie gefertigt werden.

Und dabei gibt es so viele schöne Möglichkeiten für ein nachhaltige(re)s Brautkleid:

  • Wie wäre es mit einem Brautmode-Label in Eurer Region? Hier wird regional per Hand gefertigt und der Designer/die Designerin weiß genau, wo die verwendeten Materialien herkommen.
  • In Second-Hand-Brautmodegeschäften lassen sich wahre Schätze finden, sei es von der letzten Saison oder aus wirklich vergangenen Zeiten. Manche Brautmodegeschäfte bieten auch Kleider zum Verleih an.
  • Oder ein Brautkleid, das Ihr auch später noch anziehen könnt … sei es eingefärbt als Abendrobe oder Ihr entscheidet Euch für ein süßes weißes Sommerkleid, das sich auch so noch wunderbar tragen lässt.

Es ist immer wundervoll, wenn ein Brautkleid noch ein zweites, drittes oder viertes Mal strahlen darf … und das nicht nur in puncto Nachhaltigkeit.


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Hochzeitsgeschenk

Klar, eine Reise ist super und ein Zuschuss zur Wohnungseinrichtung manchmal auch wichtig und willkommen.

Aber warum nicht alternativ etwas wirklich Gutes tun? Eure Hochzeitsgäste können anstatt für Euch persönlich für einen guten Zweck zu spenden. Projekte gibt es unzählige, z. B. Tierschutz, Klima, Regenwald, Armut … was immer Euch wichtig ist und Euch beschäftigt.

Falls Ihr Euch kirchlich trauen lasst, gibt Euch der Pfarrer eventuell auch die Möglichkeit, Euch ein bestimmtes Projekt auszuwählen, zu dessen Gunsten die Kollekte gehen soll.

Diesem Thema werden wir in den nächsten Wochen noch einmal gesondert Aufmerksamkeit schenken und in diesem Blog ein paar Vorschläge von Spendenprojekten teilen.

Denn eines ist mal ganz sicher:

Glück vermehrt sich, indem man es teilt.

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